Vortrag: Die Entstehung der homerischen Epen

12. Dezember 2017
Prof. Dr. Norbert Blössner, Berlin
Die Entstehung der homerischen Epen

Für die antiken Griechen stand „Homer“ am Beginn der Literatur. Vor allem die Ilias und Odyssee stellten für die Griechen zugleich die unübertroffene Spitze der Literatur dar. Schon in der Antike gab es aber Stimmen, nach denen Ilias und Odyssee nicht von der gleichen Person stammen. In der Neuzeit brach diese Kontroverse erneut auf und verschärfte sich, weil nun auch die Einheit von Ilias und Odyssee selbst in Frage gestellt wurde. Es entbrannte in der Folgezeit eine hitzige Kontroverse zwischen den als Analytikern bezeichneten Kritikern der Einheit und den als Unitariern bezeichneten Vertretern der Gegenposition. Diese Kontroverse hat sich mittlerweile beruhigt, was daran liegt, dass zum einen Zwischenpositionen herausgebildet haben, zum anderen aber die Epen vor allem vor dem Hintergrund einer reichen Tradition mündlicher Improvisationsdichtung („oral poetry“) verstanden werden. Norbert Blößner wird uns in diese spannende Thematik einführen und anhand eigener Forschung zeigen, warum die heutige Einigkeit der Forschung möglicherweise wichtige Aspekte übersieht und wie viel spannender die Entstehung der homerischen Epen vielleicht ist.

Blößner studierte Griechisch, Latein, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Regensburg. 1990 wurde er mit „Die singulären Iterata der Ilias. Bücher 16–20“ in Regensburg promoviert. Im Jahre 1996 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Platon. Seit 1998 unterrichtet er an der Freien Universität Berlin, an der er 2005 Privatdozent und 2009 außerplanmäßiger Professor wurde. Mehrere Gastprofessuren führten ihr nach Innsbruck, Heidelberg und Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte sind die frühgriechische Epik sowie die frühe und klassische Philosophie mit den Schwerpunkten platonische Dialoge, hellenistische und römische Philosophie.

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